Unser Backup-Terzett bestehend aus Archiware, ATTO und Qualstar

Mehr Datenresilienz und Cyber-Sicherheit durch intelligente Konnektivität

Die wachsende Zahl von Cyberangriffen und Ransomware-Vorfällen zwingt Unternehmen dazu, ihre Backup-Strategien neu zu bewerten. Insbesondere physisch getrennte, offline verfügbare Datensicherungen gewinnen wieder an Bedeutung, da sie im Ernstfall nicht direkt aus dem Netzwerk erreichbar sind. 

LTO-Tape bleibt dabei eines der wenigen Speichermedien, das hohe Kapazität, lange Standzeit und echte Air-Gap-Fähigkeit miteinander kombiniert. In Verbindung mit Infrastruktur-Komponenten von ATTO und der Datenmanagement-Software Archiware P5 lässt sich Tape sowohl in klassischen Serverumgebungen als auch in verteilten IT-Infrastrukturen effizient nutzen.

Archiware ATTO Qualstar Logos

Netzwerkbasierte Tape-Anbindung mit ATTO XstreamCORE 8100T

Für größere oder dezentral organisierte Umgebungen stellt sich häufig die Frage, wie Tape-Ressourcen bereitgestellt werden können, ohne die Infrastruktur unnötig zu verkomplizieren. Die Bridge XstreamCORE 8100T von ATTO adressiert genau dieses Szenario. Sie fungiert als eigenständiger Netzwerk-Controller, der Tape-Laufwerke oder komplette Libraries über Ethernet und iSCSI im Netzwerk verfügbar macht.

Aus Sicht der Backup-Software erscheinen die Bandlaufwerke wie lokal angeschlossene Geräte, tatsächlich werden sie jedoch zentral im Rechenzentrum betrieben. Archiware P5 kann dadurch Backup- und Archiv-Jobs von unterschiedlichen Servern auf dasselbe Qualstar-Systeme schreiben, ohne dass jedes System über eigene SAS- oder Fibre-Channel-Karten verfügen müsste. (Archiware P5 konnte das bisher auch schon unter Zuhilfenahme von P5 Clients.) Die Anbindung erfolgt ausschließlich über das bestehende IP-Netzwerk.

Der Vorteil dieses Ansatzes liegt vor allem in der Zentralisierung: Medienverwaltung, Monitoring und Wartung lassen sich an einer Stelle bündeln und mehrere Systeme können auf dieselbe Tape-Infrastruktur zugreifen. Gleichzeitig bleibt die Sicherheitsarchitektur erhalten, da die Bänder nach dem Backup physisch entnommen und ausgelagert werden können. 

Darüber hinaus gilt, dass Server und LTO nicht im selben Raum/Brandabschnitt/Gebäude stehen müssen. Und dennoch hat ein Nutzer wie beispielsweise ein Videocutter den physischen Zugriff auf eine Library direkt an seinem Arbeitsplatz. Zudem können NAS-Geräte von Synology (allein wegen der fehlenden SAS-Option), QNAP oder TrueNAS auch dann die LTO-Option nutzen, wenn kein Steckplatz an deren Bus mehr frei ist. Das gilt auch für P5 Server ohne freien Steckplatz, um beispielsweise Fibre Channel, SAS oder Thunderbolt zu verwenden. Generell gilt: Die Nutzung der vorhandenen 10 GbE-Infrastruktur (oder besser) steht damit für noch mehr Dienste/Geräte bereit und es ist kein zusätzlicher Ausbau von FC oder SAS notwendig.

Archiware ATTO Qualstar mit XtremeCORE

Direkte Server-Anbindung mit ExpressSAS HBA

Demgegenüber steht das klassische Modell der lokalen Tape-Anbindung über Host-Bus-Adapter (HBA). Hierbei wird das Bandlaufwerk oder die Tape-Library direkt per SAS mit einem einzelnen Server verbunden. ATTO bietet für dieses Szenario die ExpressSAS HBA-Serie, die vor allem in Umgebungen mit hohen Datenraten oder klar abgegrenzten Workflows eingesetzt wird.

Im Gegensatz zum XstreamCORE ist der HBA kein eigenständiges Netzwerksystem, sondern eine Erweiterung des Servers. Die Tape-Geräte stehen ausschließlich diesem einen System zur Verfügung. Dieser Ansatz bietet maximale Performance bei minimaler Latenz, erfordert jedoch, dass jeder Server mit eigener Hardware ausgestattet wird. Skalierung erfolgt hier durch zusätzliche Adapter und physische Verkabelung, nicht über das Netzwerk.

Gerade in Produktionsumgebungen – etwa in Medien, Forschung oder Postproduktion – kann diese direkte Anbindung sinnvoll sein, wenn große Datenmengen in kurzen Zeitfenstern gesichert werden müssen. Auch hier übernimmt Archiware P5 die komplette Steuerung der Backup- und Archivprozesse, inklusive Zeitplanung, Versionierung und Wiederherstellung.

Archiware ATTO Qualstar mit HBA

Tape als strategische Komponente für mehr Datenhoheit in modernen IT-Umgebungen

Insbesondere die Variante mit XstreamCORE zeigt, dass Tape nicht nur ein isoliertes Archivmedium sein muss, sondern sich auch in moderne, verteilte IT-Architekturen integrieren lässt – ohne die sicherheitsrelevanten Eigenschaften zu verlieren. Tape bleibt damit kein Relikt aus der Vergangenheit, sondern ein bewusst eingesetztes Werkzeug für resiliente und kontrollierbare Datensicherung.

Ob lokal per HBA oder zentral über den XstreamCORE – mit Archiware P5 lassen sich beide Ansätze in eine konsistente Backup-Strategie integrieren. Entscheidend ist nicht das Medium selbst, sondern die Art der Anbindung: direkt für maximale Performance, oder netzwerkbasiert für Skalierbarkeit und zentrale Kontrolle.

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BW
Bernd Widmaier
Vertrieb

Vertriebsleiter und Experte für vertikale Märkte sowie im Bereich Mac, Video-Storage und Media-Streaming.